Unbelehrbar und Uneinsichtig

Wieder wird ohne Grund eine wichtige Angelegenheit im demokratischen und gleichberechtigtem Miteinander am Nasenring und mit falschen Fakten durch die Stadt gezogen!

„Jounalistische Genauigkeit und ernsthaftes Interesse in der Sache, sollte ein „Muss“ bei der Berichterstattung sein!“
Alexander D. Wietschel

Die PNN veröffentlichte einen Beitrag zum Thema „Beirat für Menschen mit Behinderung der LHP“ (Neuer Behindertenbeirat nach dem Sommer – PNN) und stützt sich erneut auf falsche Informationen, nachdem der jüngst von der Stadtverordnetenversammlung abberufene Beirat aufgrund massiver persönlicher Querelen scheiterte.

Das ist eine falsche Darstellung, scheiterte der Beirat der Stadt an „ganz normalen“ gesamtgesellschafftlichen Spiegelkonflikten, die sich in erster Linie um Verteilungsproblematiken und Eigeninteressen drehten und nicht um das Gemeininteresse an der diskriminierungsfreien Gleichbehandlung vom Menschen mit Behinderung. Hier hat die PNN schlecht recherchiert!

Im Übrigen trägt die Stadt eine nicht unerhebliche Mitschuld an diesem Desaster, ließ sie den Beirat doch quasi ohne Hilfestellung im Gestrüpp der Verwaltung und der politischen Nichtermöglichungskultur in Potsdam hängen und allein.

Selbst Martina Trauth als Gleichstellungsbeauftragte im Büro für Chanchengleichheit war nicht in der Lage, die Arbeit des Beirat unterstützend zu begleiten und griff parteiisch in den entstehenden Konflikt ein.

Die neue Behindertenbeauftragte Tina Denninger hatte gleich zu Beginn ihrer Amtszeit so einen komplexen und dynamischen Konflikt auf dem Tisch, den sie bedauerlicher Weise auch noch mit dem falschen Fuß anging.

Doch der Reihenfolge nach!

Die vielfach kritisierte Wahlordnung, nachder die Mitglieder des Beirats gelost und nicht gewählt wurden, hat sich die Stadt selbst eingebrockt! 1

Im Werkstattverfahren zur Neukonstituierung des Behindertenbeirats im Sommer 2017 wurde hier der Grundstein für exakt diesen Konflikt gelegt. Dies blieb bereits damals nicht ohne Kritik und Widerwort, wurde aber in gewohnter Manier abgebügelt!

 

Beiträge zum Thema Werkstattverfahren

> Neustart Los?!1

> Kontroll und Deutungsverlust

> Hauptsache Hauptsatzung

> ganz schön behindert

> Exklusive Inklusion

 

Den Zeitplan, den Frau Denninger hier mit „Spätestens bis Ende des Jahres sollte der neue Beirat stehen“ vorgibt, halte ich für Realitätsfremd, wenn die Belange der Menschen mit Behinderung in geeigneter Weise berücksichtigt werden sollen!

Es entspricht ebenfalls nicht der Wahrheit, dass sich „Beiräte und Beirätinnen des Gremiums wie berichtet mehr durch zum Teil öffentlich ausgetragene Feindseligkeiten als durch konstruktive Arbeit von sich reden gemacht“ hätten.

Mitglieder des Beirats baten von Anfang an um die Hilfe durch die Verwaltung und die Stadtverordnetenversammlung, die jedoch ausblieb und der Konflikt somit an Fahrt und Ausmaß gewann. Es gleicht einer Lüge das Gegenteil zu behaupten!

Hier half dann auch das viel zu spät eingeforderte Mediationsverfahren nicht, die bestellten Mediatoren hatten zudem einen Konflikt zu begleiten, den sie selbst nicht in dessen Gesamtheit erfassten.

 

Woran das Gremium scheiterte?

Die PNN führt aus: „Ende Oktober kam eine deutliche Mehrheit des Beirats während einer Sitzung im Bildungsforum überein, in Schreiben an den Vorsitzenden Thomas Zander ihren Rücktritt zu erklären. Das war das Aus für den Beirat – denn es war schon davor so gut wie unmöglich gewesen, Nachrücker für frei werdende Sitze zu finden.

Ja, Ende Oktober kamen einige Mitglieder des Beirats überein, ihren Austritt aus dem Beirat zu erklären, ohne eine wirkliche Einsicht in die Konflikte und offen Fragen zu zeigen. Eine Machtausübung über die übrigen Mitglieder hinweg!

Hier geht es zum   Faktencheck >>>
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Der Vereinbarung zum Rücktritt folgten dann 3 Mitglieder!

Frau Denninger konstatiert in diesem Zusammenhang: „Das Gremium ist letztlich an den Konflikten einzelner Persönlichkeiten gescheitert“ und läßt völlig unbeachtet, daß Rechte von Beiratsmitgliedern in vielfacher und wiederholter Weise verletzt und gebrochen wurden. Auch in ihrer Amtszeit und Zuständigkeit. Das kann man wohl handwerkliches Versagen bezeichnen!

Die nun eingetragene Idee, das neue Gremium an Sozialverbände und Vereine zu binden ist aus verwaltungstechnischen Sicht natürlich richtig, minmiert es doch den Aufwand der Verwaltung und begrenzt die Einflussmöglichkeiten der behinderten Menschen. Warum?

Die Sozialverbände und Vereine kranken seit vielen Jahren an Mitgliederschwund und Überalterung und sind keinesfalls ein repräsentativer Spiegel der behinterten Menschen und ihren Bedarfen.

 

Zukünftig bessere Ausstattung und Begleitung geplant

Sinnvoll und bedinglich ist die angedachte Verbesserung bei der personellen Ausstattung des künftigen Beirats. Auch die Erhöhung der Zahl der Arbeitsstunden für die Sachbearbeiterin ist erforderlich und die Arbeit des Beirats muss durch eine Moderation begleitet und auch protokolliert werden.

Schade, dass die Stadt das Wissen des bisherigen Beirats umgehend gelöscht hat!

 

Alexander D. Wietschel
Ex-Beirat und Inklusionsaktivist

Auch und ja, wer Inklusionspreise auschreibt und vergibt, sollte auch dafür Sorgen tragen, daß Menschen mit Behinderung sich in der von ihr verantworteten Stadt auch wirklich gleichberechtigt bewegen können!

 

PS: Anfang Februar wird „Die Fauligen Rübe„, einer der erste von fünf Inklusions-Negativ-Preisen für Potsdam vergeben. Nominiert sind 3 Institutionen, von denen 2 städtischer Verantwortung unterliegen!

 

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