Die faulige Rübe

ein Inklusions-Negativpreis der neuen Generation

Negativpreise gibt es viele und Inklusionspreise werden en vogue,
ohne sich der wirklichen Verantwortlichkeiten hierzu bewusst zu sein.

Tatsächlich kann nahezu jede Person – bewusst oder unbewusst –
ein
diskriminierendes Verhalten ausüben, Barrieren schaffen und
dazu beitragen,
die sogenannte Inklusion bzw. Teilhabe zu behindern
oder zu verhindern.

Dies schließt unter Umständen auch Menschen ein, die eine Behinderung haben, sich aber gleichzeitig behindertenfeindlich verhalten, oder durch Einzelinteressen zur Diskriminierung anderer Formen von (auch altersbedingter) Behinderung beitragen.


Um die besonderen Formen und Erscheinungen dieser inklusionsfeindlichen Verhaltensweisen
im gesellschaftlichen Miteinander explizit zu benennen und deutlich anzusprechen,
loben wir 5 Inklusions-Negativpreise für die Jahre 2021 bis 2025 aus.

Die faulige Rübe, so der Name dieses ganz besonderen Preises, wird jeweils im Januar eines Jahres
für die inklusionsfeindlichste Verhaltensweise oder den inklusionsfeindlichsten Vorfall im Vorjahr,
an Personen oder Institutionen verliehen.

Verliehen wird der Preis durch eine mehrköpfige Jury,
die aus einer Anzahl von Vorschlägen die würdigste PreisträgerIn benennt.


Die faulige Rübe
2021

Nominierungen

Das Büro für Chancengleicheit
Potsdam
Stadtversordnetenversammlung
Potsdam
AOK Firmenlauf 2021
Potsdam
Das Büro für Chancengleichheit der Landeshauptstadt Potsdam ist die Interessensvertretung mehrerer gesellschaftlich ungleich behandelter Gruppen.

Speziell hier, sollen die besonderen Rechte und Bedarfe von Frauen, MigrantInnen und Menschen mit Behinderung vertreten werden.

Zweilfelsfrei engagiert ist das Büro für die Belange der Frauen und MigrantInnen.
Für die Belange der Menschen mit Behinderungen ist das Büro hingegen mäßig bis marginal engagiert und führt zu einer erheblichen Schieflage bei der Vertretung der Belange der Menschen mit Behinderung bei den Entscheidungsfindungen innerhalb der Stadtverwaltung und -politik.
Insbesondere das Desinteresse am ehemaligen städtischen Beirat für Menschen mit Behinderungen und die Unfähigkeit mit gesellschaftlichen Spiegelkonflikten umzugehen zeigt: Das Büro für Chancengleichheit hat seinen Namen nicht verdient.
Die Stadtverordnetenversammlung  ist gewähltes Gremium aller Potsdamer Bürgerinnen und Bürger und damit beauftragt, die Stadtgesellschaft in Potsdam zu planen, zu verwalten, zu kontrollieren und zu gestalten.

Hierbei untersteht sie immer auch Kontrollinstanzen und Regeln, die Beteiligung des Souverän und Rechenschaft gegenüber den übrigen Säulen der Staatstruktur mit sich bringen.

Als Institution hat sie das Gesetz zu achten, anzuwenden und zu verteidigen, um die grundgesetzlichen Rechte nicht zu verletzen. Meinungsaustausch und Diskussion gehört, als legitimes Mittel der Auseinandersetzung, in ihren Alltag.

Sich dem nicht zu stellen, oder noch schlimmer, dies zu verweigern, ist ein krasser Akt der Ignoranz und bricht vielfach Mitbestimmungs- und Grundrechte.

Einem Mitglied, eines von ihr selbst bestimmten Gremiums – wie dem Beirat für Menschen mit Behinderung – das Rederecht vor ihr nicht zu gewähren, offenbart, wie unwichtig und ungeschätzt die Meinung der Menschen mit Behinderung und deren Interessensvertretung ist.

Das ist diskriminierendes Verhalten!

Der AOK Firmenlauf ist eine enorm öffentlichkeitswirksame Veranstaltung, die sich speziell an Unternehmen und das Gemeinschafts-/Mannschaftsgefühl wendet.

Zahlreiche namhafte Unternehmen, in denen es Aufgrund der gesellschaftlichen Bedingungen auch Menschen mit Behinderungen geben muss, waren nicht mit Menschen mit Mobilitätsbehinderungen vertreten, noch war das Areal des Firmenlaufs 2021 barrierefrei oder -arm gestaltet.

Selbst die Rennstrecke, ausgenommen der sportlichen Herausforderungen, war nicht für Menschen z.B. im Rollstuhl präpariert.

Gerade als Gesundheitsdienstleister hat die AOK als Ausrichter hier die Belange der Menschen mit Behinderung – sowohl in den Rollen als SportlerIn und ZuschauerIn – in keiner Weise berücksichtigt und beachtet!

 

 

Das ist ein behindertenfeindliches Verhalten!

 

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"Die faulige Rübe?" für das inklusionsfeindlichste Verhalten im Jahr 2021 soll an folgende Nominierung gehen:


Preisträgerin

Die Stadtverordnetenversammlung
der Landeshauptstadt Potsdam

Die Stadtverordnetenversammlung ist gewähltes Gremium aller Potsdamer Bürgerinnen und Bürger und damit beauftragt, die Stadtgesellschaft in Potsdam zu planen, zu verwalten, zu kontrollieren und zu gestalten.

Hierbei untersteht sie immer auch Kontrollinstanzen und Regeln, die Beteiligung des Souverän und Rechenschaft gegenüber den übrigen Säulen der Staatstruktur mit sich bringen.

Als Institution hat sie das Gesetz zu achten, anzuwenden und zu verteidigen, um die grundgesetzlichen Rechte nicht zu verletzen.

Meinungsaustausch und Diskussion gehört, als legitimes Mittel der Auseinandersetzung, in ihren Alltag.

Sich dem nicht zu stellen, oder noch schlimmer, dies zu verweigern, ist ein krasser Akt der Ignoranz und bricht vielfach Mitbestimmungs- und Grundrechte.

Einem Mitglied, eines von ihr selbst bestimmten Gremiums – wie dem Beirat für Menschen mit Behinderung – das Rederecht vor ihr nicht zu gewähren, offenbart, wie unwichtig und ungeschätzt die Meinung der Menschen mit Behinderung und deren Interessensvertretung ist.

Das ist diskriminierendes Verhalten!

 

Die Entscheidung für die Stadtverordnetenversammlung wurde mit großer Mehrheit der Jury getroffen, da sich die Stadtverordneten in ihrem Verhalten gegenüber der Interessenvertretung der Menschen mit Behinderung und der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben zur Teilhabe, krass diskriminierend verhalten haben.

Dies wiegt zusätzlich schwer, da die Stadtverordnetenversammlung als Institution, das Gesetz zu achten, anzuwenden und zu verteidigen hat, um die grundgesetzlichen Rechte nicht zu verletzen.

Die formale Übergabe des Preises erfolgte am Mittwoch, den 23. Februar 2022 um 16 Uhr direkt vor dem Rathaus Potsdam, der Preis ist im Anschluss per Boten an das Büro der Stadtverordnetenversammlung versandt worden.


Jurystimmen

„Tatsächlich kann nahezu jede Person – bewusst oder unbewusst – ein diskriminierendes Verhalten ausüben, Barrieren schaffen und dazu beitragen, die sogenannte Inklusion bzw. Teilhabe zu behindern oder zu verhindern.

Dies schließt unter Umständen auch Menschen ein, die eine Behinderung haben, sich aber gleichzeitig behindertenfeindlich verhalten, oder durch Einzelinteressen zur Diskriminierung anderer Formen von (auch altersbedingter) Behinderung beitragen.“

Alexander D. Wietschel, SprecherIn des Potsdamer Beirats für Menschen mit Behinderung

 

„Im Sinne der Inklusion ist es unverzichtbar, sich deutlich über bemerkte Missstände im öffentlichen Raum und von den Entscheidungsträgern zu äußern.

Wir müssen unbedingt die Finger in die vorhandenen Wunden legen.“

Wolfgang Kroll, Mitglied und Sprecher des Potsdamer Beirats für Menschen mit Behinderung

 

 

„Eine erfolgeiche Interessenvertretung für behinderte Menschen ist auch an der fehlenden Unterstützung der Stadtverordneten und des Bürgermeisters gescheitert, die ihre Ursache im systemischen Desinteresse und fehlender Verantwortung hat. Zudem ist es noch immer gepflegte Praxis, persönliche Anliegen wichtiger zu nehmen, als den gesamtgesellschaftlichen Auftrag zur Teilhabe für alle.

Oloff Lange, Mitglied und Sprecher des Potsdamer Beirats für Menschen mit Behinderung

 


Der Potsdamer Beirat für Menschen mit Behinderung wurde Anfang 2018 gegründet und tritt als Selbstvertretung für die gleichberechtigte Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit und ohne Behinderung ein.

Dieser Beirat ist im Gegensatz zu den bisherigen offiziellen Gremien der Landeshauptstadt Potsdam eine gewählte Vertretung und setzt sich aus seinen gleichberechtigten Mitgliedern zusammen. Er wird darüber hinaus in seiner Arbeit von Experten unterstützt.

Der Potsdamer Beirat für Menschen mit Behinderung engagiert sich im Besonderen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung, die Selbstbestimmung der Menschen mit Behinderung und die Barrierefreiheit in der Landeshauptstadt Potsdam und hat sich zur Aufgabe gemacht, die sogenannte und landläufig als Inklusion bezeichnen Auftrag nicht den Wenigen zu überlassen, welche die zukünftige Folgen von Entscheidungen nicht mit den jetzigen Auswirkungen auf Lebensqualität und Bürger(Grund-)rechte in Einklang bringen können oder wollen.

Er streitet aus grundsätzlichen Erwägungen für einen gelebten gemeinsamen Lebensraum ohne Hindernisse.
Egal, ob politisch, finanziell, intellektuell!

 

 

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